Stilvoll: Récamieren
Von Die Redaktion am 10. November 2011Besonders luxeriöse Sofas in Nieren-Form mit erhöhtem und verbreitertem Kopfteil nennt man Recamieren. Vor Jahrhunderten gehörten diese bequemen Möbelstücke in die Zimmer von Damen der oberen Gesellschaftsschichten. Dort konnten die reichen Damen dann ihr Mittagsschläfchen halten, aber auch Freunde empfangen oder ein Buch lesen. Eine Recamiere sieht nicht nur edel aus und beeindruckt, sondern ist auch überaus gemütlich und komfortabel: Nicht nur ein Nickerchen sollte man hier verbringen können, sondern durchaus auch eine ganze Nacht.
Langezeit verschwanden die Recamieren aus den heutigen Möbelhäusern: Alles, was an alte Zeiten erinnerte, war schließlich irgendwie uncool – der moderne Mensch möchte funktionale Hightech-Möbel oder etwa nicht? Doch das gilt schon seit den 80er Jahren nicht mehr: Die antiken und rustikalen Möbel erleben seitdem ein Comeback. Viele Menschen suchen sich heute ihr Mobiliar quer durch Second-Hand-Länden und Flohmärkte zusammen, um daheim den antiken Charme genießen zu können. Neben den ästhetischen Gesichtspunkten haben antike Möbel noch einige weitere Pluspunkte: Sie bieten meist mehr Stauraum und Platz als moderne Möbel, sind massiv und stabil aus gutem Holz gebaut und werden ihren Besitzer trotz ihres hohen Alters höchstwahrscheinlich überleben.
Das Revival der edlen Damen-Liegen, der Recamieren, lässt allerdings noch auf sich warten. Hier und da wird zwar ein solches Möbelstück vererbt und landet dann beim Polsterer, um es wieder benutzten zu können. Doch wer dieses Glück nicht hat, kann sich kaum eine antike Recamiere leisten – diese sind fast unbezahlbar. Für Menschen, die dennoch nicht auf den Luxus, Charme und die Gemütlichkeit einer Recamiere verzichten wollen, bieten sich originalgetreue Nachbauten an. Diese bieten oft auch unterschiedliche Bezüge – von antik wirkenden Mustern bis hin zu ganz modernen Varianten.